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14. Juni - 13. September 2026

Sonderausstellung
Korsett & Emanzipation

Frauen bewegen die Welt

Seit dem Biedermeier entspricht der zierlich und zerbrechlich aussehende Frauenkörper dem Schönheitsideal. Das Korsett sorgt nun für die schmale Taille und dient der Körpermodellierung. Ein natürlich aussehender, nicht geformter weiblicher Körper ist undenkbar. Das Korsett formt die Frau nach Idealmaßen: schmale Taille, betonte Brust, S-förmige Silhouette. Das Korsett prägt die Vorstellung von Anmut und Zerbrechlichkeit, modelliert den Körper wie eine lebendige Skulptur.


Doch hinter der eleganten Fassade verbirgt sich Zwang: Das Korsett stützt die „schwache“ Wirbelsäule, schränkt die Bewegungsfreiheit ein und setzt Frauen den Erwartungen von Schönheit und Passivität aus. Das Korsett ist mehr als ein Kleidungsstück: Es steht für ein Schönheitsideal, das Natürlichkeit ausschließt, für gesellschaftliche Erwartungen, die Frauen ins Private verweisen, und für eine Zeit, in der auch das Recht ihre Freiheit einschränkt.

Die Ausstellung beleuchtet die enge Verbindung von Kleidung, Körperbild und gesellschaftlicher Stellung, zeigt die Welt der Korsettmode, Schönheitsideale und Zwänge, aber auch beeindruckende, kluge Frauen, die sich unabhängig und mutig diesen Zwängen und dem generellen Weltbild, worin die Frau ein schwaches, unterwürfiges Wesen ist, widersetzten. Louise Otto-Peters, Henriette Goldschmidt und Auguste Schmidt sind nur einige der Persönlichkeiten,  die im 19. Jahrhundert die Frauenrechtsbewegung ins Leben riefen und damit die Grundlagen schufen für den langen Weg zur Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Text: Kerstin Hopfensitz, Michaela Kruse

 

Museum DIE WEBEREI
14. Juni - 13. September 2026

 

Die Ausstellung entsteht in einer Zusammenarbeit zwischen Kerstin Hopfensitz, Kuratorin der Ausstellung Körper.Gefühl.

Freiheit (Stuttgart), dem Miedermuseun in Heubach (Baden-Württemberg), der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. (Leipzig) und dem Museum DIE WEBEREI (Oederan).