...und die Musik spielt dazu. Das Tagebuch von Helga Pollak und die Mädchen von Zimmer 28

Besonderer Literarisch-musikalischer Abend in Annaberg-Buchholz und Oederan „Die Mädchen von Zimmer 28“ – bewegende Erinnerung an Freundschaft und Menschlichkeit Annaberg-Buchholz / Oederan, 20. März 2026 – Ein regionaler Höhepunkt im Rahmen des Jahr des Jüdischen Kultur 2026 erwartet die Besucherinnen und Besucher am 11. April im Bürgersaal Oederan und am 12. April 2026 im Kulturzentrum Erzhammer in Annaberg-Buchholz. Das Berliner Ensemble Zwockhaus präsentiert ein einfühlsames Konzerterlebnis. Im Mittelpunkt steht die wahre Geschichte jüdischer Mädchen, die zwischen 1942 und 1944 im Mädchenheim L 410 des Ghettos Theresienstadt zusammenlebten. Auf engstem Raum entstanden Freundschaften, die den Schrecken der national sozialistischen Verfolgung überdauerten. Das Buch „Die Mädchen von Zimmer 28“ erzählt von Mut, Zusammenhalt und Hoffnung in einer Zeit größter Bedrohung. Authentische Dokumente wie das Tagebuch von Helga Pollak, Aufzeichnungen ihres Vaters Otto Pollak, Briefe, Gedichte und Erinnerungen der Mädchen bilden die Grundlage für dieses bewegende Programm. Auf der Bühne verbinden sich Lesung und Musik zu einem eindringlichen Gesamtbild: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch präsentieren gemeinsam mit der Pianistin Katarzyna Wasiak Lieder aus dem Repertoire des Theresienstädter Kabaretts sowie Werke der Dichterin und Komponistin Ilse Weber. Ergänzt wird das Programm durch Lesungen aus dem Tagebuch von Helga Pollak, vorgetragen von Hester Wonschick. Konzeption und Gestaltung des Abends stammen von der Autorin Hannelore Brenner. Das Zusammenspiel von Text und Musik macht spürbar, welche Kraft Kunst selbst unter unmenschlichen Bedingungen entfalten kann. Es wird von Freundschaft, Mut und Menschlichkeit berichtet– und erinnert zugleich daran, wohin Ausgrenzung und Hass führen können. Die Veranstaltung ist damit nicht nur ein künstlerisch eindrucksvoller Abend, sondern setzt auch ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Frieden. Die Veranstaltungsreihe wird mit Mitteln der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen unterstützt.
Eintritt frei, Spende erbeten.
Hintergrund zu Oederan Helga Pollak und ihre Zimmergenossin Handa Pollak wurden wie fast alle anderen Mädchen von Zimmer 28 nach Auschwitz deportiert. Von den 60 Mädchen, die eine Zeitlang im Zimmer 28 lebten, haben 15 überlebt. Helga Pollak und Handa Pollak hatten das „Glück“, ins KZ Oederan deportiert zu werden. Ihre Befreiung erlebten sie wieder in Theresienstadt. Beide besuchten seit 2006 mehrfach Oederan. Im Jahr 2007 las Helga Pollak-Kinsky mit Hannelore Brenner aus ihrem Tagebuch in Oederan. Sie erhielt 2013 das Bundesverdienstkreuz. Im Jahr 2020 starb sie neunzigjährig. Handa Pollak-Drori (94) lebt in Israel.
Termin
11.04.2026 19:00 bis 11.04.2026 21:00
Ort:
Bürgersaal Oederan





