Historisches

Bereits vor 250 Jahren begannen die Menschen das Bedürfnis zu empfinden, sich in freier Geselligkeit zusammenzufinden. Auch das vorhandene Bildungs - und Kulturbedürfnis trugen Mitte des 18. Jahrhunderts maßgeblich zur Entwicklung einer sozialen Organisationsform bei, die sich bis heute erhalten hat - der Verein.

Was ist ein Verein?

Nach Thomas Nipperday ist er zunächst eine soziale Organisationsform. Die Mitglieder schließen sich aus freiem Willen zusammen. Ferner ist der Verein unabhängig vom rechtlichen Status der Mitglieder und verändert diesen Status auch nicht. Er wird begründet, um selbst und frei gesetzte und in gewisser Absicht spezifizierte Zwecke zu verfolgen. Genannte Merkmale erscheinen uns heute durchaus nicht fremd.

Gegenwärtig begegnen wir in unserer Heimatstadt einem ausgeprägten und differenzierten Vereinsleben. Den Akten des hiesigen Stadtarchivs Glauben schenkend, läßt sich der Beginn dieses Prozesses auf das Jahr 1840 datieren, als nachweislich verschiedene Frauenvereine entstanden, die meist wohltätige Zwecke verfolgten. Drei Jahre später erfolgte die Gründung des „Männergesangsvereines".

Der Gründung dieses Vereins schlossen sich später noch zahlreiche Neugründungen an. So wie beispielsweise der Radfahrverein "Wanderlust", der Pfeifenclub „Allemania", der „Bürgerverein" der sich die Errichtung des Oederaner Heimatmuseums zum Ziel stellte. Eröffnung war 1909.

1858 schlossen sich Gewerbetreibende im „Gewerbeverein" zusammen. Ein Jahr später wurde ein „Landwirtschaftlicher Verein für Oederan und Umgebung" ins Leben gerufen. 1883 entstand der „Kaufmännische Verein". Sieben Jahre später schlossen sich die Gastwirte zusammen. Es folgte 1886 der „Krankenunterstützungsverein" und der „Handelsschutzverein" 1891. Mit Beginn der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts bildeten sich viele politische Vereine heraus.

Viele Oederaner Vereine existierten nur eine kurze Zeit. Auffällig erscheint, dass eine nicht geringe Zahl um das Jahr 1914 endete. 1933 kam es im Zuge des nationalsozialistischen Gleichschaltungsprozesses zunehmend zu Verboten.

Nach dem zweiten Weltkrieg nahmen viele Vereine ihre Arbeit unter der Sowjetischen Besatzungszone wieder auf. Allerdings schuf die Sowjetische Militäradministration rasch Regelungen, die diese Neuzulassungen bzw. - gründungen fast unmöglich machten. Somit schlossen sich sämtliche Sportvereine dem DTSB der DDR an.

Erst nach der sogenannten „Politischen Wende" im Jahre 1989 konnten wieder selbständige Vereine entstehen. Zahlreiche neue „e.V.," erschienen auf der Bildfläche - natürlich auch in Oederan. Heute gibt es in Oederan 33 eingetragene Vereine.


Ob Sport, Musik, Politik, Kunst oder Wirtschaft - eines haben alle Vereine gemeinsam. Sie setzten innerhalb ihrer Gruppe nicht nur ihre konkreten Interessen um, sondern reflektieren darüber hinaus weit mehr.