Wingendorf

Wingendorf wurde erstmals 1349 als "minor" (klein-)Frankenstein erwähnt. 1378 hieß der Ort Wenygendorf, 1439 Wenigendorff und später Wingendorf. Es war Herrensitz einer Linie "derer von Schönberg", einer angesehenen Adelsfamilie, zu dessen Besitzungen ab 1446 auch Frankenstein, Oberschöna und bis 1851 sogar die nahe Stadt Hainichen gehörten.

Wingendorf wurde 1974 nach Frankenstein eingemeindet. Seit 2012 ist der Ort zusammen mit Frankenstein, Hartha und Memmendorf Stadtteil von Oederan.

Wingendorf ist mit seinen 207 Einwohnern ein hübscher, landschaftlich sehr schön und still gelegener Ort im Landschaftsschutzgebiet Striegistäler. Hier, wie auch in den beiden Nachbarorten Frankenstein und Bräunsdorf, wurde zwischen 1500 und 1800 Silberbergbau betrieben. Im nahen Kemnitztal wurde in einem eigens dafür erbauten Pochwerk das Erz zerkleinert (zerpocht) und dann zur Weiterverarbeitung nach Muldenhütten bei Freiberg gebracht. Eine alte Fabrikruine zeugt noch heute von diesen Unternehmungen.

Für den alljährlich stattfindenden Historischen Besiedlungszug mit dessen Tross von 16 von Pferden gezogenen Planwagen und rund 50 mitwirkenden Enthusiasten ist Wingendorf mit seinem ehemaligen Rittergutswiesen ein immer gern genutzter Zwischenetappenort zur Übernachtung und Proviantnachfüllung.