Görbersdorf

Es wird angenommen, dass Görbersdorf um 1180 durch eine Ansiedlung mehrerer fränkisch-thüringischer Bauern als einreihiges Waldhufendorf am Hetzbach entstanden ist. Ende 1366 erlaubte Markgraf Friedrich den Brüdern Iwannum und Johannum Ywen das Dorf offiziell zu kaufen, das sie wahrscheinlich schon vorher besessen hatten. In dieses Jahr datiert auch die Ersterwähnung des Ortsnamen als  „Gerwirsdorph“.

Die Bevölkerungszahl schwankte über die Jahrhunderte zwischen ursprünglich 12 bis 15 angesiedelten Bauern um 1180 und 550 Einwohnern im Jahr 1949.

Im Jahr 1551 gab es in Görbersdorf 15 Besessene Mann, 2 Gärtner und 10 Inwohner. Der Ort hatte eine Größe von 22 Hufen.

1764 zählte Görbersdorf 16 Besessene Mann und 11 Häusler sowie 23 ¼ Hufen von je 8 bis 10 Scheffeln.

Um 1900 erstreckte sich Görbersdorf über eine Fläche von 517 Hektar. Die Einwohnerzahl betrug im 19. und 20. Jahrhundert durchschnittlich 376.

Über die Jahrhunderte wies der  Ortsname verschiedene Schreibweisen auf, u. a. Gerwigistorf und Girbsdorf. Der Name enthält den Personennamen Gerwig und bedeutet: Dorf eines Gerwig. Es ist anzunehmen, dass der für die Ansiedlung der ersten Bauern verantwortliche Lokator Gerwig hieß. Er gab dem Dorf seinen Namen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte nicht nur den Bergbau im Ranisstollen zum Erliegen, sondern dezimierte die Zahl der besitzenden Bauern in Görbersdorf auf drei. Während den Freiheitskriegen gegen Napoleon fanden auf der Görbersdorfer Flur Kampfhandlungen zwischen österreichischen und französischen Soldaten statt. Im Ersten Weltkrieg verloren 15 Görberdorfer ihr Leben. Ihnen und den anderen Gefallenen zu Ehren wurde 1922 ein Kriegerdenkmal eingeweiht.

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges waren auch in Görbersdorf deutlich zu spüren. Im Gasthof wurde 1942 ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet, das nach dem Krieg auch von der sowjetischen Besatzungsmacht genutzt wurde.

Historische Postkarte
Historische Fotografie


Die im 19. Jahrhundert einsetzende Welle der Vereinsgründungen machte auch vor Görbersdorf nicht halt. Der älteste Verein, die 1845 gegründete Schützengesellschaft, fand 1889 offiziell Aufnahme ins Vereinsregister. Sie rekrutierte ihre Mitglieder auch aus den umliegenden Orten, wie zum Beispiel aus Oederan und Neuhohelinde. Um die Jahrhundertwende gehörten ca. 40 Männer dem Verein an. 1944 erfolgte die zunächst letzte Vereinsversammlung, denn 1945 wurde die Schützengesellschaft aufgelöst, die Waffen mussten abgegeben werden. Durch die Neugründung der Schützengesellschaft im Jahre 1991 konnte deren lange Tradition wiederbelebt werden. 1994 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Oederaner Schützenverein zur Schützengesellschaft Görbersdorf-Oederan.

Zudem entstanden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitere Vereine. So wurde 1968 der Schäferhundeverein ins Leben gerufen, und 1994 gründeten 10 Frauen die Landfrauenortsgruppe Görbersdorf.