Frankenstein

Das 2012 der Stadt Oederan zugeeignete Frankenstein gehört zum Landkreis Mittelsachsen. Bis zur Kreisstadt Freiberg sind es zehn, bis Chemnitz 30 Kilometer. Ein weiteres Frankenstein liegt in der Pfalz bei Kaiserslautern.

Bereits 1185 wurde Frankenstein erstmals urkundlich erwähnt. In einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Otto von Meißen an das Kloster Altzella bei Nossen vom 02.08.1185 heißt es unter anderem: "Inde Deorsum rivuli (Qui dictur strigis) usque Frankenstein". Schon 1206 besaß Frankenstein eine Kirche (Urkunde vom 01.10.1206 des Bischofs Dietrich II. von Meißen).

Frankenstein wurde als Waldhufendorf angelegt; jeder Siedler bekam einen Streifen Landes (eine Fränkische Hufe = etwa 24 Hektar) das er rodete, urbar machte und mit allerlei Sämereien bestellte. Für Heizzwecke und für die Bauholzgewinnung wurde etwa ein Viertel der Hufe als Wald belassen. Für das benötigte tägliche Wasser wurden Brunnen angelegt.

Von Freiberg mit dem "Berggeschrey" ausgehend gruben Bergleute auch in Frankenstein und den umliegenden Dörfern ab etwa 1500 nach Silbererz. Die Ausbeute war jedoch meist nicht im erhofften Maße. Mit Unterbrechungen hielten die bergbaulichen Unternehmungen bis 1840 an; Kalkabbau fand noch bis 1897 statt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 waren Frankenstein, Hartha und Wingendorf fast menschenleer geworden; nur sehr langsam erholten sich die Dörfer von den erlittenen Raubmorden, Brandschatzungen, Obdachlosigkeit und Krankheiten. Im Jahr 1750 wurde die 1632 abgebrannte Kirche erneuert. 1751 erhielt diese eine von Gottfried Silbermann konzipierte neue Orgel, 1777 eine neue Glocke. Der Schulunterricht fand ab 1539 zunächst ein Mal wöchentlich durch den Kirchendiener statt. Erst 1805 wurde in Sachsen die gesetzliche Schulpflicht eingeführt. Seit 2001 werden die Schulkinder in Oederan unterrichtet.

1869 erhielt Frankenstein einen Bahnhof, der 2006 zum Haltepunkt umfunktioniert wurde. Er liegt an der Sachsenmagistrale Dresden-Chemnitz-Plauen. Nur wenig südlich von Frankenstein verläuft die B 173, die einst für Napoleons Heer für dessen Feldzug nach Russland 1812 als "Chaussee von Hof nach Dresden" ausgebaut wurde. Eine Buslinie verbindet montags bis freitags sowohl Frankenstein als auch Hartha, Wingendorf und Memmendorf mit der Stadt Oederan.

Frankensteins Einwohnerzahlen schwanken zwischen "22 besessene Mann(41 1/2 Hufen), 11 Gärtner und 18 Inwohner" im Jahre 1551, 373 Einwohner im Jahr 1834, 432 im Jahr 1974 und 318 am 01.04.2012. Ein Teil davon arbeitet in der Landwirtschaft und in den mittelständigen Unternehmen des Ortes.

Freiwillige Feuerwehr, ein Sport- und ein Karnevalsverein sowie ein Posaunenchor sind im Ort die Wirkstätten des öffentlichen Lebens..