Oederan und die erneuerbaren Energien

Die Stadt Oederan stellte 1991/92 ein kommunales Energiekonzept auf. Neben der Bilanzierung der Energieverbräuche in der Stadt, der Umrüstung auf emissionsarme Energieträger wurden auch einzelne Stadtteile für eine Umrüstung auf umweltfreundliche Energieträger untersucht. Die Vorzugsvariante für das Wohngebiet Freiberger Straße wurde 1993 in die Tat umgesetzt: Für über 620 Wohnungen in 19 Mehrfamilienhäusern wurden die Kohleeinzelheizungen durch eine solargestützten Nahwärmeversorgung mit Erdgas ersetzt. Sieben Häusern erhielten thermische Solaranlagen mit je 100 m² Fläche - damals die größte Solaranlage Sachsens. Ein Jahr später konnte das rekonstruierte Stadtbad mit 625 m² Solarabsorberfläche eingeweiht werden. So gibt es vor allem im Frühjahr angenehme Badewassertemperaturen.

An diesen beiden Großanlagen entstand der Gedanke, einen Tag der offenen Tür als Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen. Aber es sollten auch alle anderen erneuerbaren Energien über Wind- und Wasserkraft, Biomasse usw. vorgestellt werden.

So wurde der Tag der Erneuerbaren Energien erstmals 1996 „Zehn Jahre nach Tschernobyl - Wir zeigen, es geht auch anders" begangen. Die Idee sprang über Ländergrenzen, so dass die Aktion deutschlandweite Resonanz fand - www.energietag.de.

In Oederan selbst gibt es seit 2000 am letzten Aprilsamstag die „Messe Erneuerbare Energien mit Naturmarkt und Frühlingsfest".

Erneuerbare Energien werden auch in weiteren kommunalen Einrichtungen genutzt: in vier Holzheizungen sowie in vier solarthermischen und drei Photovoltaikanlagen.

Wohngebiet mit Heizhaus


Die Sonnenwärmeanlagen befinden sich auf den beiden Häusern des Richard-Hofmann-Stiftes sowie auf der Fechterhalle und der Dreifeldsporthalle. Seit 1998 wird im Wohnheim in der Hainichener Straße auch mit Stückholz geheizt, während der Stadtbauhof seit 2006 den Astschnitt aus Park- und Straßenbaumpflege energetisch nutzt. 2010 wurden zwei Holzpelletsheizungen im Vereinshaus Schönerstadt und in der Oederaner Schule mit Nahwärmeverbund Sporthallen und Kindertagesstätte Buddelflink installiert. Solarstrom wird auf dem Dach des Bürgersaals, der Schule und der Dreifeldsporthalle erzeugt und ins Stromnetz gespeist.

Messeschirm mal anders

Aber auch Energieeffizienz wird groß geschrieben: 2009 wurde die Kita Buddelflink im 3 Liter - Standard rekonstruiert und die Sporthalle in Passivhausstandard errichtet. Auch Unternehmen und Bürger nutzen erneuerbare Energien oder bauen energieeffiziente Häuser. So liegt die Stadt Oederan in der sächsischen Landeswertung der Solarbundesliga auf Platz 5.  www.solarbundesliga.de
Seit 2005 wird ein kommunales Energiemanagement aufgebaut. Im Rahmen des EU-Programms „enercy regio" nahm die Stadt Oederan an verschiedenen Teilprojekten teil wie z.B. Mitarbeit im Energieeffizienznetzwerk für kleine Kommunen in Sachsen, Weiterbildungsmaßnahmen und am Modellprojekt Einführung des European Energy Award® in Sachsen teil.
Der Stadt Oederan wurde im Jahr 2008 zum ersten Mal die Zertifizierung verliehen. Zwei weitere folgten in 2011 und zuletzt in 2014.

 

Weiter befindet sich die Stadtverwaltung gerade in den Vorbereitungen für die nächste Teilnahme am European Energy Award® 2018.
Zur Unterstützung und Umsetzung der ambitionierten klimapolitischen Ziele Oederans wurde eigens seit Ende 2017 eine geförderte Klimaschutzmanagerstelle geschaffen.

Die Stadt Oederan konnte  im Jahre 2016 einen weiteren Meilenstein des hiesigen Klimaschutzkonzeptes mit der Fertigstellung einer kommunalen Nahwärmeinsel im Denkmal Geschützen Altstadtquartier erfolgreich abschließen. Die mit einem nachhaltigen Holzpelletkessel, einem Blockheizkraftwerk und einem Gas-Spitzenlastkessel betriebene Nahwärmeinsel versorgt den Rathauskomplex Markt 5-7 sowie Anlieger der Engen Gasse mit Wärme. Zugleich wird mittels Kraft-Wärme-Kopplung und einer neunen 12 kWp Photovoltaikanlage effizient Strom erzeugt und somit die bisherige Erzeugung durch die PV-Anlage des Rathauses erweitert.