Stadtrundgang

Liebe Besucher, werte Gäste, herzlich willkommen in Oederan.

Wir laden Sie ein zu einem kleinen historischen Stadtrundgang in Oederan (mit Grafiken von Steffen Gröbner). Auf einem Rundweg, der am Klein-Erzgebirge beginnt, können Sie verschiedene historische Bauwerke und deren Geschichte kennenlernen. Im Jahre 1227 wurde Oederan erstmals als Stadt erwähnt. Die malerischen Gassen und Plätze der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt laden Sie zum Bummeln und Verweilen ein.

Der kleine Rundgang beginnt am „Klein-Erzgebirge": Seit 65 Jahren gibt es diese Miniaturschau der schönsten Ausflugsziele des Erzgebirges. Die Oederaner Anlage ist die älteste dieser Art in Deutschland und Europa.

Entlang dem Minna-Planer-Weg, benannt nach der 1. Frau Richard Wagners, kommen Sie zum Ehrenzug. Die ehemalige Gerbergasse ist 1638, nach der Rückführung der im Dreißigjährigen Krieg versteckten Kirchenschätze aus dem Geiersbusch,
in “Ehrenzug” umbenannt worden.

Sie überqueren die Gerichtsstraße und befinden sich in der Unterstadt - früher auch Niedere Vorstadt genannt. 1923 wurden einige Teile der Unterstadt in Seilergasse, Talstraße und Tuchmachergasse umbenannt. In der Unterstadt standen bis nach der Mitte des 19. Jhd. mehrere Scheunen, die zum überwiegenden Teil Hausbesitzern gehörten, die in der Oberstadt wohnhaft waren.

Ein Teil der Unterstadt ist seit 1923 die Seilergasse.

Sie kommen zur ehemaligen Hauboldmühle, früher auch Malzmühle.

1533 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Der Rat der Stadt kaufte sie vom Landesherren ab.

1856 erwarb Traugott Haubold dieses Haus und richtete eine Mühle und Bäckerei darin ein. Heute wird es nur noch als Wohnhaus genutzt.

Auf Fuße des Mühlberges befindet sich der Teichplan.

Er wurde früher auch Schinderteich genannt, weil hier der Schinderknecht wohnte. Der Stadtrat ließ ihn im Herbst 1851 austrocknen und verfüllen.

In den Folgejahren wurde er oft als Rummelplatz genutzt. Mit 370,7m ü.N.N. ist er einer der tiefsten Punkte Oederans.

Nun gehen Sie den Mühlberg hinauf in Richtung Kantorat
   
Seit etwa 1563 kennt man den Kirchhof mit Pfarr- und Schulwohnungen. Die kirchlichen Wohnungen bestanden aus Pastorat, Diakonat, Schul-, Kantor-und Kirchenwohnungen.

Bei dem großen Stadtbrand 1709 sind alle kirchlichen Gebäude abgebrannt. 1811 wurde das noch heute existierende Pfarrhaus gebaut.

Am Ende der Pfarrgasse befindet sich das ehemalige Weygandstift.

1806 starb in Leipzig der Buchhändler Friedrich Weygand, er hinterließ der Geburtsstadt seines Vaters ein Legat von 30.000 Talern.

Mit diesem Geld richtete der Rat der Stadt ein Gestift für die Siechen und Kranken ein.

Nun befinden Sie sich auf dem Altmarkt.

Der Alte Markt (heute Altmarkt), entstanden nach Auffinden des Freiberger Silbers (1168) als dörfliche Marktsiedlung, war ursprünglich das Zentrum. Handelsstraßen liefen von hier aus nach Freiberg und Augustusburg.

Für Mitte des 15. Jhd. ist auch Silbererzbergbau nachweisbar, worauf die Stadt 1583 zur freien "Bergstadt" wurde. Mit seinen großen Bürgerhäusern bildet der Altmarkt noch heute einen der interessanten Plätze der Stadt. An der Ecke Altmarkt / Große Kirchgasse befindet sich der ehemalige Klosterkeller. Das Gebäude wird heute für Wohnungen, Arztpraxen und Geschäfte genutzt.

Die Geschichte der Stadtkirche reicht bis in das 13. Jhd. zurück.

Bei mehreren Stadtbränden wurde die Kirche zerstört, nur die Sakristei blieb erhalten.

1727 erhielt die neu gebaute Kirche mit ihrer Silbermannorgel die feierliche Weihe.

Mit dem neugotischen Umbau der Kirche 1890/92 wurde Kanzel, Altar und Emporen verändert.

Vor der Kirche stehen das 1884 errichtete Lutherdenkmal und ein Kriegerdenkmal zum Gedenken an die im Krieg 1870/71 Gefallenen.

Gegenüber dem Klosterkeller sehen Sie das Rektorat.
 
Bis zum Neubau der Bürgerschule im Jahre 1868 befanden sich in diesem Gebäude die Wohnungen des Rektorats und die Schulräume, in denen die Knaben unterrichtet wurden.

Eine Tafel neben dem Eingang erinnert an den Stadtbrand von 1709.

Durch die Große Kirchgasse kommen Sie nun zum Markt.
 
Im Gegensatz zum dreieckig angelegten Altmarkt erhielt der um 1400 geschaffene Markt einen quadratischen Grundriss mit vier in die Himmelsrichtungen abgehenden Straßen.

Der überwiegende Teil der bei dem Stadtbrand vernichteten Häuser wurde 1753 wieder aufgebaut. An der Ecke Frankenberger Straße befand sich das Gasthaus "Zu den drei Schwanen" (eines der ältesten Häuser der Stadt).

In der Mitte des Marktes stand ursprünglich ein hölzerner Bottich, der 1847 durch einen Brunnen aus Sandstein ersetzt wurde.

In der Marktecke befindet sich das ehemalige “Hotel Hirsch”. Im Jahre 1920 übernahm der Hotelier Paul Heynert den Gasthof und machte ihn zur unumstrittenen “Nummer Eins” im damaligen Schankgewerbe. 1975 kaufte die Stadt den “Hirsch” .    

In den Jahren 2002-03 wurde das Gebäude umgebaut und beherbergt nun das web-Museum, die Stadtbibliothek, sowie eine Gaststätte mit Bowlingbahn.

Eines der schönsten und interessantesten Gebäude der Stadt ist das Rathaus.

Es wurde vermutlich um 1400 erbaut, um 1575 (von dem Baumeister der Augustusburg, Hieronymus Lotter) neu errichtet und brannte bei den großen Stadtbränden 1632, 1709 und 1753 mit ab.

Der Wiederaufbau konnte erst nach Ende des Siebenjährigen Krieges erfolgen und 1785 abgeschlossen werden. Der mehrmalige Umbau widerspiegelt sich in der Unterschiedlichkeit der Architektur.

Durch die Rathauspassage, die 1995 neu geschaffen wurde, beziehungsweise entlang der Kleinen Kirchgasse, gelangen Sie in die Enge Gasse.

1543 wurde diese erstmalig erwähnt.

Vermutlich ist die Enge Gasse der ursprüngliche Zugangsweg zur Siedlung Oederan, die sich damals um die Kirche und um den Altmarkt gruppierte.

Bemerkenswert ist das Meisterhaus der Weberinnung 1842 (Relief mit Weberschiffchen) in der Engen Gasse.

An der Ecke zur Schulgasse befindet sich die Mädchenschule. Sie wurde um 1700 erbaut. Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht wurde das Haus nur noch als Wohnhaus genutzt.

Heute hat die “Schülerhilfe” hier ihr neues Zuhause gefunden.

Jetzt setzen Sie den Weg über die Webergasse zur Freiberger Straße fort.
An der Ecke Badgasse / Hainichener Straße sehen Sie eine Halbmeilensäule, die 1722 im Auftrage des Kurfürsten August des Starken an der äußeren Freiberger
Straße errichtet wurde.

Nach ihrer Restaurierung 1977 wurde die Postmeilensäule hierhin umgesetzt.

Entlang der Freiberger Straße (B173) kommen Sie zum Spital. Dieses Haus, bekannt als "Spital zum Heiligen Kreuz" oder "Hospital zum Kreuz" und im Volksmund einfach nur "Spittel" kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Im Jahre 1584 wurde es erstmalig urkundlich erwähnt. Nach grundlegender Sanierung hat die Volkskunstschule Oederan seit 1993 ihren Sitz in diesem Gebäude. Außerdem befinden sich hier eine Außenstelle der Musikschule Freiberg und ein schöner Konzertsaal mit 100 Plätzen. Hinter dem "Spittel" gelangt man auf den Oederaner Friedhof, auf dem noch mehrere klassizistische Grüfte erhalten sind.