Historie zum Museum
Vom 3. –10. Oktober 1909 fand in der „Garküche“ in Oederan eine Altertumsausstellung statt. Wesentlicher Initiator war Richard Rentsch.
Die von den Oederaner Einwohnern zur Verfügung gestellten Altertümer wurden zum Grundstock für das Heimatmuseum, das im Herbst 1909
in zwei gemieteten Räumen des 1. Stockwerkes der Gaststätte „Gambrinus“, Chemnitzer Straße 17, des Gastwirts Oscar Nüßner untergebracht wurde.
Am 13. Oktober 1913 verlegte man das Heimatmuseum in die 7 Erdgeschossräume des so genannten Stadthauses, heute Freiberger Straße 15,
das vorher die Stadtkasse und das Bauamt beherbergte. Die Räume waren freigeworden, weil durch den Auszug des Gerichts 1911 im Rathaus
wieder Räume frei wurden. Am 12. April 1914 erfolgte die feierliche Eröffnung.
1914 wurde ein „Verein zur Erhaltung des Heimatmuseums Oederan“ gegründet, der in den Kriegsjahren nicht von Bestand war.
wieder Räume frei wurden.
1920 wird das Museum nach den oberen Räumen des Seitengebäudes vom Stadthaus verlegt. Es sind zwar genügend Räumlichkeiten, aber ungünstige Zugangsbedingungen.
Im September 1923 findet das Museum Unterkunft in den Bodenräumen des neuen Schulgebäudes an der Frankenberger Straße 19/21.
Am 28. Oktober 1923 wird eröffnet.
Am 1. Januar 1926 überlässt der Bürgerverein, bisher Besitzer des Museums, alle Ausstellungsstücke der Stadt als Geschenk.
Nach sieben Jahren, am 3. September 1933, erfolgt die Verlegung des Heimatmuseums in das 3. Stockwerk des Rathauses. Damals standen 9 größere und
kleinere Räume zur Verfügung.
Während des 2. Weltkrieges wurde diese kulturelle Einrichtung wegen Geld- und Personalmangels zeitweise geschlossen.
Am 20. Oktober 1946 erfolgte die Wiedereröffnung des Heimatmuseums im Rathaus.
Das Museum bestand aus einer naturwissenschaftlichen Abteilung mit kleinem Archiv heimatlicher Akten und Urkunden der früheren Weber und Tuchmacher sowie der
seit 400 Jahren bestehenden Schützengilde. Es beinhaltete eine Biedermeierstube, eine Weberstube, einen Raum „Die schöne Heimat“ mit Fotografien und Ölbildern
heimatlicher Aufnahmen, ein Raum mit Fotografien und Ölbildern von verdienstvollen Bürgern und Einwohnern der Stadt unter der Überschrift „Bürgerzimmer“,
ein Zimmer der „Innungen und Gilden“, einen Raum unter der Überschrift „Heimatliche Volkskunst“ sowie einen Raum für „Alte Heimat“ mit vielen heimatlichen Gegenständen,
die in den anderen Abteilungen nicht einzuordnen waren.
Ab 1952 wurden Exponate und Unterlagen der Arbeitergeschichte gesammelt und 1955 erfolgte die Eröffnung des Museums für Arbeitergeschichte im Grundstück Markt 4, Hintergebäude. Am 1. Februar 1959 fand die Einweihung des Museums im vom Stadtrat zur Verfügung gestellten „Weygandtstift“ statt, das Heimatmuseum
aus dem Rathaus und das Museum für Arbeitergeschichte erhielten gemeinsame Räumlichkeiten. Die Gesamtausstellungsfläche betrug 1959 ca. 330 m². Es entstand die Weberstube, die Zigarrenmacherstube, das Biedermeierzimmer, ein Handwerks- und Innungszimmer, ein Volkskunstzimmer, eine Zinn- und Kupfersammlung und 5 Zimmer für die Geschichte der neuen Zeit sowie für die Arbeitergeschichte, davon wurde eins als Mahn- und Gedenkstätte für Kämpfer der Arbeiterklasse eingerichtet.
Am 31.10.1965 konnte mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Rudolf Birr aus Flöha, Herrn Schulze aus Falkenau,Herrn Freitag aus Großwaltersdorf und Herrn Friedrich aus Bockendorf eine geologische Abteilung übergeben werden. Am 2. Juli 1980 konnte die 1. Ausbaustufe des Museums abgeschlossen werden.
Vier Räume machten den Besucher mit der Entwicklung der Stadt im Feudalismus bis zur bürgerlichen Revolution vertraut. Weitere vier Räume standen für die Zeit bis zur Befreiung vom Hitlerfaschismus im Jahre1945 zur Verfügung und am 3. Oktober 1984 wurde die 2. Ausbaustufe übergeben. Oederan wurde in der sozialistischen Republik dargestellt. Gliederung des Museums: Oederan im Mittelalter, Weberstube, Oederan im 17. und 18. Jahrhundert, Bürgerliches Leben und demokratische Bewegung im 19. Jahrhundert, Anfänge der Oederaner Arbeiterbewegung, Oederan in der Novemberrevolution und revolutionären Nachkriegskrise, Kampf der Oederaner Arbeiter unter Führung der KPD für die Verteidigung der Rechte der Werktätigen und gegen die faschistische Gefahr 1923-1933,
Die Nacht des Faschismus über Oederan, Gedenkecke für den Kommunisten und Widerstandkämpfer Johannes Mosch sowie Oederan von 1945 bis zur Gegenwart (1980). Von Oktober 1990 bis Juni 1991 wurde die Ausstellung neu gestaltet und nach Vereins-, Handwerks- und Industriegeschichte geordnet. Von Oktober 1991 bis August 1992 folgte eine weitere Ausbaustufe des Dachgeschosses.
1995 wurde ein Raum anlässlich Jubiläumsfeierlichkeiten von Sportvereinen in der Ausstellung ergänzt.
Ab Januar 1989 übernahmen die Mitarbeiter des Heimatmuseums die Verantwortung für das Stadtarchiv. Die Akten müssen gereinigt und sortiert werden.
Bis Juli 1990 wurde die Handweberei, Richard-Wagner-Straße 1 in Oederan als Familienbetrieb Simon geführt.
Danach entstand auf Initiative von Herrn Frank Simon in den Räumen eine Schauwerkstatt. Leider verstarb der Besitzer und mit Hilfe der Kulturverwaltung des ehemaligen Landkreises Flöha konnte die Stadtverwaltung Oederan die Schauwerkstatt im Mai 1991 übernehmen. Seit diesem Zeitpunkt besaß die Stadt zwei Museen. Der bauliche Zustand der beiden Museen veranlasste sie, neue Räumlichkeiten für die Einrichtungen zu finden.
Nach verschiedenen Variantenprüfungen fiel im Jahre 2000 die Entscheidung zum Museumsneubau Markt 6 / 7.
Die Vereinigung beider Museen, der Stadt-information und des Stadtarchivs unter einem Dach war besiegelt. Die Namensfindung erfolgte 2003 auf „web MUSEUM OEDERAN“.
Die Buchstaben „web“ bedeuten weben, erleben und begreifen, der Weberei- und Stadtgeschichte Oederans.
Am 26. Januar 2004 öffnete das „web MUSEUM OEDERAN“ seine Türen und
zeigt über 4 Etagen auf ungefähr 1000 m² regional bedeutsames Museumsgut. Den Mitarbeitern des Museums obliegen im Jahre 2009 die Sachbereiche der Heimatgeschichte, Weberei- und Tuchmacherei,
des Stadtarchivs, der Stadtinformation / Kultur, dem Marktwesen, dem Fundbüro, den Sportstätten sowie seit 2007 die Vertretung des Dorfmuseums Gahlenz, als zweites Oederaner Museum.
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