Mit der Zusammenlegung des Heimatmuseums und der Schauwerkstatt „Historische Handweberei" versucht die Stadt Oederan ihren Besuchern eine Vielzahl der Exponate und Archivalien in Gesamtheit zu präsentieren. Es ist erstmals möglich, sich über Multimedia mit der Stadtgeschichte auseinanderzusetzen. Wie der Name des Museums schon andeutet, soll es den Besucher inspirieren selbst
zu Weben, zu Erleben und zu Begreifen.
Oederan ist eine traditionelle Stadt des Textilhandwerks, denn mit der Ansiedlung der Band- und Bortenwirker, welche die Grundlage für die Entwicklung der Tuchmacherei und Leineweberei bildeten, war der Grundstein gelegt. Die älteste und einflussreichste Handwerksinnung der Stadt war die der Tuchmacher, welche im Jahre 1457 gegründet wurde. Auch die der Weber bestand bereits um 1505.
Im Museum wird veranschaulicht, wie sich dieses Handwerk bis ins Jahr 1990 entwickelte und dieser Erwerbszweig die Region prägte.
Der Besucher kann sich über den Zusammenschluss der Handwerker in Innungen, das Leben und die Arbeitsbedingungen der Weberfamilien in unserer Region und die Herstellung der Webgarne aus den Rohstoffen Baumwolle und Wolle, das Spulen von Kett- und Schussmaterial an Maschinen aus verschiedenen Zeitepochen, das Schären und Bäumen von Webketten für die unterschiedlichen Webstühle und -maschinen und die unterschiedlichsten Webtechniken sowie das Herstellen von Musterkarten informieren. Es werden Webkurse angeboten, die den Besucher hautnah an das Weberhandwerk heranführen. Gleichzeitig wird die Weiterverarbeitung des Gewebten bis hin zur Wäschebehandlung gezeigt.
Die Ausstellung zur Stadtgeschichte vervollständigt das Gesamtbild der Entwicklung unserer Region. Durch akribisches Sammeln und Bewahren wurde das Museum seit seiner Gründung 1909 durch Heimatfreunde stetig erweitert. Es informiert über die verschiedensten Aspekte der Wirtschafts-, Kultur- und politischen Geschichte der Stadt, die Vielfältigkeit des Oederaner Handwerks und zur kommunalen Vereinsgeschichte. Eine umfassende Sammlung an Gebrauchs- und Innungszinn verweist auf die Blüte des Zinngießerhandwerks in Oederan im 18. und 19. Jahrhundert. Anhand eines Biedermeierzimmers, des Arbeitsplatzes eines Tabakarbeiters, eines Weberzimmers, einer Bauernstube, eines bürgerlichen Bibliothekszimmers werden die Gegensätze des Wohnens und Arbeitens der Oederaner anschaulich nachgestaltet.
Eine Druckwerkstatt soll den Besucher unter fachkundiger Anleitung animieren, das Handwerk der Buchdruckerkunst zu erlernen. Weitere wichtige Ereignisse der Stadtentwicklung, wie der Streckenverlauf der Eisenbahnlinie Chemnitz - Dresden, als entscheidendes Kriterium bei der Industrialisierung der Stadt waren prägend. Die Entwicklung der Schulen, des Medizinalwesens, des Wirtshausgewerbes, der Post, des Gerichts, der Kirche und des Bergbaues werden anschaulich dargestellt.
Eine Untermauerung der Exponate bildet die Verarbeitung des zahlreichen Bild- und Textmaterial im Multimediaprojekt. Ein Imagefilm über die Stadt Oederan und ein Film über die letzte historische Handweberei unserer Stadt stimmen den Besucher auf das zu Erlebende in unserem Museum ein. Weiterhin informiert eine umfangreiche Multimedia-Präsentation mit Hilfe von Touch-Screen-Displays über die Oederaner Stadtgeschichte, die der Ortsteile, über die Tuchmacher- und Webereigeschichte, bietet Spiele an, die sich auf die Stadt und Weberei beziehen. Innerhalb dieser Multimedia-Präsentation werden zusätzlich verschiedene Fachbegriffe in kleinen Beschreibungen erläutert.
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