Entstanden ist Kirchbach als Waldhufendorf. im Rahmen der Ostsiedlung im 11. und 12. Jahrhundert. 1376 wird es erstmals urkundlich erwähnt. Damals wurde Kirchbach, das bis zu diesem Zeitpunkt zum Benediktinerkloster Chemnitz gehörte für 190 Schock Freiberger Groschen an Markgraf Wilhelm I. verkauft.
Die erste urkundliche Erfassung der Einwohnerzahlen fand im Jahre 1551 statt. Damals wurden in Kirchbach 27 Besessene Mann und 11 Inwohner gezählt. Der Ort umfasste 53 Hufen.
Um 1900 erstreckte sich Kirchbach auf eine Fläche von 810 Hektar. Die durchschnittliche Einwohnerzahl im 19. und 20. Jahrhundert betrug 322. Die höchste Einwohnerzahl datiert in das Jahr 1946. Mit 452 Einwohnern war die Bevölkerungsdichte damals fast doppelt so groß wie in heutiger Zeit. Heute zählt Kirchbach ca. 250 Einwohner.
Während Kirchbach 1551 Amtsdorf war, gehörte es 1696 zum
Rittergut Börnichen, das sich im Besitz der Familie von Schönberg befand. 1764 war der Ort dem Rittergut Oberschöna zugehörig, das sich ebenfalls im Besitz der Familie von Schönberg befand. Als das Rittergut Oberschöna von Friedrich Alexander von Schönberg verkauft wurde, erwarb es der Kreiskommissar von Carlowitz auf Großhartmannsdorf. Die Einwohner von Kirchbach waren ihren Grundherren zu Zins- und Frondiensten verpflichtet.
Der Name Kirchbach bedeutet, „am Bach gelegene Siedlung mit Kirche“. Ihn verdankt der Ort einer Wallfahrtskapelle, die allerdings nicht mit der heutigen Kirche identisch ist. In den historischen Quellen finden sich verschiedene Schreibweisen des Ortsnamens. Neben der heute üblichen Schreibweise gab es Kirbach, Kyrbach oder auch Körrbach. Im Ortssiegel wurde der Ortsname bildlich dargestellt.
Auch Kirchbach blieb nicht von zahlreichen Kriegswirren verschont. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Kirchbach ein vollständig verwüstetes Dorf, welches nur noch acht Einwohner zählte. Groß waren die Beschwerden und Kriegskosten, welche die Gemeinde von 1808 bis 1813 ertragen musste. Außer Gespanndiensten und Getreide-, Stroh- und Heulieferungen wurde der Gemeinde während dieser Zeitspanne 3.510 Taler Kriegskontribution auferlegt. Als Gedenken an die Gefallenen des I. Weltkrieges wurde in Kirchbach ein Gedenkstein gesetzt. 21 Kirchbacher ließen ihr Leben. Wegen Baufälligkeit wurde er 1987 abgetragen, die zwei Steinkugeln auf der Mauer des Reicheltgutes sind letzte Zeugen des Denkmals. Auch der II. Weltkrieg ist an Kirchbach nicht spurlos vorüber gegangen. Beim Bombenangriff auf Chemnitz im Februar 1945 gingen 16 Bomben auf Kirchbacher Flur nieder, die zum Glück nur zerbrochene Fensterscheiben und geringe Dachschäden zur Folge hatten. Im II. Weltkrieg fielen 19 Kirchbacher bzw. wurden als vermisst gemeldet. Im Jahre 2000 wurde anlässlich des Heumacherfestes ein Gedenkstein von Steinmetz Tobias Neubert für die namentlich bekannten und anonymen Opfer beider Weltkriege und späterer Diktaturen auf dem Friedhof in Kirchbach errichtet.
1509 erhielt Kirchbach einen eigenen Pfarrer, 1539, bei der großen Visitation im Zuge der Einführung der Reformation im Herzogtum Sachsen, wird der Ort noch als selbständige Gemeinde geführt. Wenige Jahre später war Kirchbach bereits Filialdorf von Frankenstein, da 1777 während einer Pestepidemie der Pfarrer verstorben war. Die Filialgemeinschaft zwischen Kirchbach und Frankenstein wurde 1910 bestätigt. In Kirchbach hat ursprünglich nur eine Wallfahrtskapelle gestanden. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt. Die heutige Kirche wurde von 1777 bis 1783 errichtet. Sie fasst 180 Plätze. Der hölzerne Kanzelaltar sowie vermutlich der Taufstein mit der Jahreszahl 1778 stammen vom Hainichener Bildhauer Johann Gottfried Stecher. 1883 erneuerte man die Kirche sowohl außen als auch innen. 1885 beschaffte die Gemeinde durch freiwillige Gaben ein neues Geläut und 1890 eine neue Orgel, da 1800 die alte durch Blitzschlag zerstört worden war. Die klassizistische Orgel bildet einen strengen Gegensatz zum barocken Altar. Im Ersten Weltkrieg wurden zwei der Kirchenglocken eingeschmolzen. Nachdem 1923 nach Spendenaktionen das Glockengeläut wieder geweiht werden konnte, wurden die Glocken 1942 erneut eingeschmolzen. Erst 1958 erklang der Dreiklang der Kirchenglocken wieder vom Turm. Sie wurden 2001 ebenso wie der Kirchturm renoviert.
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